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Reisedurchfall vorbeugen: Evidenzbasierte Tipps für einen entspannten Urlaub

Preventing traveller's diarrhoea: Evidence-based tips for a relaxed holiday

Der Urlaub ist gebucht, die Vorfreude gross, und trotzdem kann uns ausgerechnet der Darm einen Strich durch die Rechnung machen. Warum Reisedurchfall so häufig auftritt, wie du mit Ernährung und einfachen Hygienemassnahmen vorbeugen kannst und weshalb auch ein Synbiotikum einen Platz im Reisegepäck haben sollte, erfährst du hier.

Je nach Reiseziel entwickelt etwa jede dritte reisende Person Durchfall. Besonders häufig tritt Reisedurchfall in Regionen mit niedrigeren Hygienestandards auf, etwa in Teilen Asiens, Afrikas, Mittel- und Südamerikas. Ganz ausschliessen lässt sich das Risiko jedoch auch in anderen Urlaubsländern nicht.

Die gute Nachricht: Mit einer guten Vorbereitung, etwas Aufmerksamkeit bei der Lebensmittelauswahl und einer darmfreundlichen Ernährung kannst du einiges dafür tun, das Risiko zu senken. Auch die Forschung beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, ob sich das Darmmikrobiom bereits vor Reiseantritt gezielt z.B. mit Probiotika unterstützen lässt.

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Was genau ist Reisedurchfall?

 

Von Reisedurchfall sprechen Fachgesellschaften, wenn im Urlaub innerhalb von 24 Stunden mindestens drei ungeformte oder wässrige Stühle auftreten. Häufig kommen weitere Beschwerden hinzu:

  • Bauchkrämpfe
  • Übelkeit
  • Blähungen
  • Erbrechen
  • manchmal auch leichtes Fieber

In den meisten Fällen klingen die Beschwerden innerhalb weniger Tage wieder ab. Trotzdem können sie den Urlaub erheblich beeinträchtigen. Wer mehrere Tage mit Durchfall verbringt, verliert nicht nur wertvolle Urlaubszeit, sondern häufig auch grössere Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten.

Warum bekommen so viele Menschen im Urlaub Durchfall?

 

Viele vermuten zunächst verdorbene Lebensmittel oder ungewohnt scharfes Essen als Ursache. Tatsächlich ist das Bild deutlich komplexer. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen, die den Darm vorübergehend aus dem Gleichgewicht bringen. Die Ergebnisse verschiedener Studien sind nicht immer konsistent, gleichzeitig zeigt sich zunehmend, dass nicht einzelne Bakterien entscheidend sind, sondern das Zusammenspiel des gesamten mikrobiellen Ökosystems.

Ungewohnte Ernährung

Im Urlaub landen häufig andere Lebensmittel auf dem Teller als zu Hause. Mehr Fett, scharfe Gewürze oder fermentierte Spezialitäten stellen den Darm vor neue Herausforderungen. Für die meisten Menschen ist das völlig unproblematisch. Bei empfindlichen Personen kann die Umstellung jedoch vorübergehend zu Blähungen, Bauchschmerzen oder Verdauungsbeschwerden beitragen.

Dabei geht es nicht darum, landestypische Speisen zu meiden. Im Gegenteil, sie gehören oft zu den schönsten Urlaubserlebnissen. Sinnvoll ist lediglich, dem Verdauungssystem gerade in den ersten Tagen etwas Zeit zur Anpassung zu geben.

Der Darm trifft auf unbekannte Krankheitserreger

Der häufigste Auslöser für Reisedurchfall sind Bakterien, allen voran sogenannte enterotoxigene Escherichia coli (ETEC). Sie produzieren Giftstoffe, die dazu führen können, dass der Darm grosse Mengen Wasser abgibt. Wässriger Durchfall ist die Folge.

Daneben können auch andere Erreger verantwortlich sein, beispielsweise:

  • Campylobacter
  • Salmonella
  • Shigella
  • Noroviren
  • Rotaviren
  • Parasiten wie Giardia lamblia

Diese Mikroorganismen kommen je nach Reiseland unterschiedlich häufig vor. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Lebensmittel grundsätzlich „schlecht" sind. Vielmehr trifft unser Immunsystem auf Keime, mit denen es bislang kaum Kontakt hatte.

Verunreinigtes Wasser und Lebensmittel

Nicht nur Leitungswasser kann problematisch sein. Krankheitserreger gelangen häufig auch über Lebensmittel in den Körper.

Besonders kritisch können sein:

  • Eiswürfel aus Leitungswasser
  • Mit Leitungswasser gewaschener Salat
  • ungeschältes Obst
  • rohe Meeresfrüchte
  • nicht vollständig durchgegartes Fleisch
  • Speisen, die über längere Zeit ungekühlt am Buffet stehen

Deshalb gilt auf Reisen nach wie vor eine einfache Regel, die trotz ihres Alters nichts von ihrer Aktualität verloren hat: „Boil it, cook it, peel it or forget it." Was so viel heisst, wie: „kochen, braten, schälen oder verzichten."

Auch Stress reist mit

Der Urlaub beginnt nicht erst am Strand. Lange Autofahrten, Zeitverschiebung, wenig Schlaf, Hitze oder ungewohnte Tagesabläufe bedeuten auch für den Darm Stress.

Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse stehen Gehirn und Verdauung in ständigem Austausch. Körperlicher und psychischer Stress können die Darmbewegung verändern, die Durchlässigkeit der Darmbarriere beeinflussen und sich auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms auswirken. Dadurch könnte der Darm anfälliger für Krankheitserreger werden.

Gerade deshalb berichten viele Menschen, dass die Beschwerden bereits kurz nach der Ankunft beginnen, noch bevor sie besonders exotisch gegessen haben.

So kannst du Reisedurchfall vorbeugen

 

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es leider nicht. Selbst Menschen, die alle Hygieneregeln beachten, können an Reisedurchfall erkranken. Dennoch zeigen Studien, dass sich das Risiko durch einige einfache Massnahmen verringern lässt.

Achte auf eine gute Lebensmittelhygiene

Die wichtigsten Empfehlungen sind gleichzeitig die einfachsten:

  • Hände regelmässig mit Wasser und Seife waschen
  • Händedesinfektion verwenden, wenn keine Waschmöglichkeit vorhanden ist
  • nur abgefülltes oder abgekochtes Wasser trinken
  • Getränke möglichst ohne Eiswürfel bestellen
  • Obst selbst schälen
  • Fleisch, Fisch und Eier nur gut durchgegart essen
  • Speisen bevorzugen, die frisch zubereitet und heiss serviert werden

Diese Massnahmen mögen selbstverständlich klingen, gehören aber nach wie vor zu den wirksamsten Möglichkeiten, einer Infektion vorzubeugen.

Unterstütze dein Darmmikrobiom bereits vor der Reise

Unser Darm beherbergt Billionen Mikroorganismen, die gemeinsam das Darmmikrobiom bilden. Diese winzigen Mitbewohner leisten täglich Erstaunliches: Sie helfen bei der Verdauung, produzieren Stoffwechselprodukte und einige Vitamine, unterstützen die Darmbarriere, stehen in engem Austausch mit dem Immunsystem und beeinflussen über die Darm-Hirn-Achse sogar Prozesse, die mit unserem mentalen Wohlbefinden in Verbindung stehen. Umso wichtiger ist es, dieses empfindliche Ökosystem gerade vor einer Reise möglichst gut zu unterstützen.

So kannst du deinem Darm bereits vor Reisebeginn etwas Aufmerksamkeit schenken:

  • eine abwechslungsreiche, pflanzenbetonte Ernährung
  • ausreichend Ballaststoffe aus Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten
  • fermentierte Lebensmittel wie Naturjoghurt, Kefir oder Sauerkraut
  • ausreichend trinken (im Sommer 2,5 bis 3 Liter ungesüsste Getränke)
  • möglichst regelmässige Mahlzeiten über den Tag verteilt

Eine vielfältige Ernährung liefert den Darmbakterien die Nährstoffe, die sie für ihre Stoffwechselprozesse benötigen. Dadurch könnte sich auch ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber äusseren Belastungen positiv entwickeln.

Vor der Reise

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Können Pro- und Synbiotika Reisedurchfall vorbeugen?

Die Rolle von Pro- und Synbiotika bei der Vorbeugung von Reisedurchfall wird seit vielen Jahren untersucht. Während Probiotika lebende Mikroorganismen enthalten, kombinieren Synbiotika diese zusätzlich mit Präbiotika, die den nützlichen Darmbakterien als Nahrung dienen.

Die bisherigen Studien liefern ein gemischtes Bild. Einige systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen deuten darauf hin, dass bestimmte Bakterienstämme das Risiko für Reisedurchfall senken könnten. Da jedoch sehr unterschiedliche Präparate, Dosierungen und Studiendesigns untersucht wurden, lassen sich die Ergebnisse nur eingeschränkt vergleichen. Internationale Leitlinien sprechen deshalb derzeit keine allgemeine Empfehlung zur vorbeugenden Einnahme von Pro- oder Synbiotika aus.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sie grundsätzlich wirkungslos sind. Vielmehr könnten einzelne, gut untersuchte Bakterienstämme einen Nutzen haben. Wer seinen Darm vor einer Reise gezielt unterstützen möchte, kann daher ein hochwertiges Synbiotikum als ergänzende Massnahme in Betracht ziehen. Wichtig ist dabei, realistische Erwartungen zu haben: Es ersetzt weder sorgfältige Lebensmittelhygiene noch bietet es einen sicheren Schutz vor Reisedurchfall.

Was in die Reiseapotheke gehört

 

Selbst mit guter Vorbereitung lässt sich Reisedurchfall nicht immer verhindern. Umso sinnvoller ist es, für den Ernstfall gut ausgestattet zu sein.

  • Elektrolytlösung zum Trinken, um Flüssigkeits- und Mineralstoffverluste bei Durchfall auszugleichen.
  • Händedesinfektionsmittel, wenn unterwegs kein Wasser und keine Seife verfügbar sind.
  • Regelmässig benötigte Medikamente in ausreichender Menge.
  • Gegebenenfalls ein Mittel gegen Durchfall, nach Rücksprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder der Apotheke, besonders bei Fernreisen oder Vorerkrankungen.
  • Aktivkohle (Kohletabletten), die traditionell häufig bei Durchfall eingesetzt wird. Sie kann Stoffe im Darm binden, die wissenschaftliche Evidenz für eine zuverlässige Wirkung bei infektiösem Reisedurchfall ist jedoch begrenzt.
  • Optional: ein hochwertiges Synbiotikum, beispielsweise BioMe+, wenn du dein Darmmikrobiom vor und während der Reise unterstützen möchtest.

Gerade bei starkem Durchfall steht zunächst der Flüssigkeitsausgleich im Vordergrund. Ausreichend zu trinken ist jetzt wichtiger als das Essen. Sobald sich die Beschwerden bessern, kann langsam wieder mit leicht verdaulichen Lebensmitteln begonnen werden.

Wann solltest du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen?

 

Die meisten Fälle von Reisedurchfall klingen innerhalb weniger Tage von selbst ab. Es gibt jedoch Situationen, in denen du ärztliche Hilfe suchen solltest.

Dazu gehören unter anderem:

  • hohes Fieber
  • Blut im Stuhl
  • starke oder anhaltende Bauchschmerzen
  • Zeichen einer Austrocknung, beispielsweise Schwindel, sehr dunkler Urin oder ausgeprägte Kreislaufschwäche
  • Durchfall, der länger als zwei bis drei Tage anhält oder sich deutlich verschlechtert

Zögere in diesen Fällen nicht, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das gilt insbesondere in tropischen Reiseländern, in denen neben den klassischen Erregern auch andere Infektionskrankheiten vorkommen können.

Fazit

 

Reisedurchfall gehört zwar zu den häufigsten Reisekrankheiten, ist aber kein unvermeidliches Urlaubssouvenir. Mit einer guten Lebensmittelhygiene, einer achtsamen Ernährungsweise und bewusster Vorbereitung kannst du einiges dazu beitragen, das Risiko zu verringern.

Auch die Forschung zum Darmmikrobiom liefert spannende Erkenntnisse. Zwar reichen die bisherigen Studien noch nicht aus, um Pro- oder Synbiotika generell zur Vorbeugung von Reisedurchfall zu empfehlen. Einzelne Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass bestimmte Bakterienstämme einen positiven Einfluss haben könnten.

Unabhängig davon kann es sinnvoll sein, den Darm bereits vor einer Reise zu unterstützen. Schliesslich muss er sich unterwegs nicht nur an neue Speisen, sondern auch an andere Mikroorganismen, klimatische Bedingungen und oft auch an Stress und Schlafmangel anpassen.

Denn sind wir ehrlich: Aus dem Urlaub bleiben uns hoffentlich schöne Erinnerungen, beeindruckende Fotos und kulinarische Entdeckungen und nicht Tage, die wir am liebsten schnell wieder vergessen würden.

Verliere keinen Tag. Geniesse, wofür du gekommen bist.

Quellen

  • Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Yellow Book 2026: Travelers' Diarrhea.
  • Alharbi A. et al. (2024). Probiotics for the prevention of travellers' diarrhea: A systematic review.
  • Fan Y. et al. (2024). Network meta-analysis of interventions for the prevention of travellers' diarrhea.
  • Biała K. et al. (2025). Travelers' diarrhea – prevention and treatment with probiotics and antibiotics.
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG): Empfehlungen zur Reisemedizin.

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